Das Fracking-Versprechen

Nachdem das Fracken von Erdgas in den USA einen regelrechten Boom ausgelöst hat und sich auch die internationale Energieagentur dazu hinreißen lassen hat, den USA den Status als neue Energie-Supermacht zu prognostizieren, gibt auch hier eine rege Debatte um unkonventionelle Methoden der Erdgasförderung. Dabei soll hier nicht der umweltpolitische Aspekt im Mittelgrund stehen, der bei uns die Debatte bestimmt, sondern der wirtschaftliche. Tatsächlich hat Fracking in den USA dazu geführt, dass der Erdgaspreis dort massiv eingebrochen ist.

Die gesamte Pro-Fracking-Argumentation bezieht sich im Wesentlichen auf die niedrigen US-Erdgaspreise. Es wird billiges Erdgas für alle versprochen. Wir werden sehen, dass dieses Argument an sich fehlerhaft und somit die Frackingdebatte eigentlich müßig ist.

Zunächst betrachten wir dazu die Angebotskurve von Erdgas. Sie setzt sich aus den verschiedenen Möglichkeiten, Erdgas zu fördern, zusammen. Die billigsten Quellen sind konventionelle Onshore-Quellen. Das ist Erdgas in großen zusammenhängenden Blasen, das sich unter dem Festland befindet. Es ist billig zu fördern, weil lediglich mit einem mehr oder weniger einfachen Bohrgerüst die Blase von einer Stelle aus angezapft werden kann. Teurer ist konventionelles Offshore-Erdgas. Auch hier reicht eine Bohrung, um eine große zusammenhängende Gasblase anzuzapfen, jedoch muss eine teure Bohrplattform verwendet werden, weil sich die Blase unter dem Meer befindet. Noch teurer ist Fracking. Hier gibt es keine großen zusammenhängenden Gasblasen, sondern individuelle Bläschen. Es wird eine Bohrung in das Gestein getrieben, mit hohem Druck werden lokal Risse im Gestein erzeugt und so paar Bläschen verbunden und deren Gas gefördert.

PQ_Angebot_Erdags

Der Marktpreis wird nicht nur durch die Angebotskurve, sondern auch durch die Nachfragekurve bestimmt. Wirtschaftswachstum generiert eine höhere Nachfrage, die sich in einer Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts ausdrückt. Die führt zu einem Anstieg des Preises. Dieser ermöglicht die Anwendung teurerer Fördertechniken, um den Bedarf zu decken.

PQ_Wirtschaftswachstum

Neben der Nachfrageänderung gibt es noch ein zweites Phänomen, das das Marktgleichgewicht beeinflusst, nämlich Ressourcenerschöpfung. Da die am einfachsten zu fördernden Vorkommen immer zuerst abgebaut werden, da dort die Gewinnspanne am größten ist, macht sich Ressourcenerschöpfung durch eine Verschiebung der Angebotskurve nach links bemerkbar.

PQ_Ressourcenerschöpfung

Auch Ressourcenerschöpfung führt zu einem steigenden Marktpreis. In den letzten Jahrzehnten ist in den USA beides passiert, konventionelle Erdgasvorkommen haben sich langsam erschöpft, während der Bedarf weiter gestiegen ist. Daher sind die Erdgaspreise bis vor einigen Jahren auch kontinuierlich gestiegen bis das Marktgleichgewicht schließlich im Bereich des Frackings auf der Angebotskurve lag. Nach dem Preismengendiagramm müsste jetzt also ein hoher Marktpreis herrschen, um das Fracking zu bezahlen. Dies ist aber nicht der Fall. Woran liegt das?

Das Preis-Mengen-Diagramm kann keine dynamischen Prozesse abbilden, sondern nur das Marktgleichgewicht. Der Begriff des Gleichgewichtes impliziert dabei schon die fehlende Dynamik. Das Marktgleichgewicht ist der Preis, der sich von alleine einstellt, wenn eine Angebotskurve und eine Nachfragekurve gegeben sind und man lange genug wartet. Was es nicht abbilden kann, ist der Weg dorthin.

Langfristig erwarten wir in den USA aufgrund größerer Nachfrage und Ressourcenerschöpfung einen höheren Marktpreis als noch vor einigen Jahrzehnten. Wie sich Marktpreis und Marktmenge auf dem Weg zum neuen Gleichgewicht verhalten, darüber gibt das Diagramm keine Auskunft. In der folgenden Grafik sind beispielhaft verschiedene Wege von einem Marktgleichgewicht zum nächsten skizziert. Es ist zu erkennen, dass sogar kurzzeitig Preissenkungen möglich sind.

PQ_Dynamik

Die USA haben also kein billiges Erdgas, weil Fracking es möglich macht, billig zu fördern, sondern weil die Gasförderer aus verschiedenen Gründen zu viele Quellen gleichzeitig angebohrt haben, was zu einem Gasüberschuss führt. Wir werden sehen, dass dieser Überschuss nicht nachhaltig ist.

Wie schon erwähnt, wird mit einer Frackingbohrung nur lokal ein wenig Erdgas gefördert. Die Bohrungen erschöpfen sich rapide, teilweise geht die Förderung schon im ersten Jahr um 70 % zurück. Es muss also permanent gebohrt werden, um das Fördervolumen aufrecht zu erhalten. Diese Neubohrung finden aber nicht mehr statt. Die Mehrzahl der Bohrfirmen hat sich aus der Gasbohrung verabschiedet und bohrt lieber nach unkonventionellem Öl, da dort der Marktpreis viel höher ist. Es kommen also nur noch wenige neue Gasquellen in den USA dazu, die vorhandenen jedoch erschöpfen sich rapide. Tatsächlich ist auch schon zu beobachten, dass die Gasspeicher in den USA sich langsam leeren und der Gaspreis langsam steigt.

Die Prognose für die Erdgaspreise in den USA ist also, dass sie weiter steigen werden und zwar bis zu einem Level, auf dem es wieder interessant wird, weitere Frackingbohrungen niederzubringen. Bei den aktuellen Ölpreisen muss der Anreiz, statt nach Öl lieber nach Gas zu bohren, schon enorm hoch sein. Der Gaspreis muss sich langfristig auf dem hohen Niveau einstellen, das sich aus dem Preis-Mengen-Diagramm ergibt.

Bei uns würde Fracking zu keinem billigeren Erdgas führen. Kein Unternehmen dieser Welt wäre so blöd, den Fehler aus den USA in Europa zu wiederholen. Hier würden sich die Förderunternehmen zügeln und nur so viele Bohrungen niederbringen, dass sich der Gaspreis kaum ändert und so das Fracking trotz seiner hohen Kosten rentabel bleibt. Niedrigere Gaspreise würden auch bei uns zu einem Einstellen der Frackingaktivität führen. Der damit verbundene Fördereinbruch ließe die Preise dann wieder steigen.

Fracking ist also nicht nur aus Gesichtspunkten des Umwelt- und besonders Trinkwasserschutzes fragwürdig, ja selbst eine nüchterne wirtschaftliche Betrachtung zeigt, dass der niedrige Erdgaspreis in den USA eher ein Unfall ist, und sich hier nicht wiederholen wird. Damit steht die Pro-Fracking-Argumentation auch wirtschaftlich auf sehr dünnem Eis.

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Ein Gedanke zu “Das Fracking-Versprechen

  1. Nur was können wir Wirklich gegen Fracking tun … ?
    Nichts, jeder steigt ins Auto, nur Worte,

    jeder der Auto fährt Frackt …
    ich lebe 0 Cent Autofrei seit 10 Jahren …
    denn es ist die Auto Industrie, die Auto Lobby die Frackt …

    weil wir Auto müssen, nicht verzichten können …
    müssen unsere Kinder Unbewohnbar diese Welt Sterben …

    Stell Dir mal vor 1 Monat leben 1 Million Menschen 0 Cent
    Autofrei, ob dann wirklich weiter gefrackt wird ?

    0 Cent Autofrei leben, wir können alles Ändern …
    ich Ändere mich täglich, Organisiere mein Leben 0 Cent Autofrei,
    hätten es Millionen getan, tun es seit 10 Jahren …
    Jährlich 10 – 20% weniger Auto, Auto Verkehr wie 1960 …
    teurer Luxus Auto, alles selbst bezahlen, 100 % Kosten Wahrheit, nicht Kosten, Schäden Sozialisieren,
    Gewinne Privatisieren,
    gäbe es kein Fracking in Europa …

    Wirtschaft, Arbeits Platz Lüge … ?
    Auto Vernichtet Arbeits Plätze, Auto Industrie Arbeitsplätze
    sind Harz IV Aufstocker Arbeits Plätze,
    das Bochumer A Werk zu, alle Auto Werke Europa … bald Ruinen, Millionen Arbeitslose …

    Europa Städte Auto Detroit Verarmt …
    ganz Europa Banken (Goldmann Sachs EU) Griechenland Ruiniert,
    ganz Europa Fracking Wüste Ruiniert …

    lassen wir uns Amerika Global Welt Vernichtung wirklich gefallen, schauen Tatenlos Auto blind und Taub zu ?
    10% Thea, jeden Tag Partys,
    90% Amerika verhungert, 20% Amerika Rechtloses Land,
    Polizei aufgegeben, umgebracht werden Selbst Verständlich …

    Heute 0 Cent Auto leben, SOFORT ist Überleben …
    nur 0 Cent Autofrei, 0 Cent Auto (Bus) zahlen … Verändern …,

    GAbo Mobil leben, Abwandern …
    3 – 5 Euro Fix Preis Mobil 1 Tiket keinen Cent mehr …
    jeder kann Abwandern … jeder kann
    http://www.autofrei.de/
    Schweiz
    http://www.clubderautofreien.ch/

    nur 0 Cent Autofrei leben SOFORT,
    eine kleine Chance,
    die Fracken verwüsten uns umbringen aus Geld,
    Profit Gier zu Stoppen …
    1500 Euro mehr Einkommen ohne Auto haben, nicht Verdienen
    brauchen, mehr Geld zum leben, Fracken nicht Steuergeld
    bezahlen …
    Tun wir es Sofort,
    nichts Tun ist bald Sterben müssen … egal ?
    ich bin lieber 0 Cent Auto bei den Wenigen Über Lebenden …

    Gefällt mir

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