Die halbe Energiewende

Die Energiewende ist eines der großen Themen unserer Zeit. Sie hat so viele Schnittmengen zu wirtschaftlichen, technischen, gesellschaftlichen und natürlich umweltpolitischen Gesichtspunkten, dass es fast unmöglich ist, sich mit ihr nicht auseinanderzusetzen. Doch trotz der umfangreichen Debatte steuert Europa und damit Deutschland auf eine energetische Krise zu, über die niemand redet, denn die Energiewende, so schön sie auch sei, ist nur eine halbe Energiewende.

Auch wenn Meldungen wie jene, dass bereits etwa 25% unseres Stromes regenerativ seien, suggerieren, wir hätten schon ein Viertel geschafft, so ist der Wege zu der Vision, wir könnten unseren Lebensstandard nachhaltig betreiben nicht nur sehr weit, sondern vielleicht sogar zu weit.

Es gibt drei große Formen des Energieverbrauches in Deutschland, die jeweils ähnlich groß sind. Der erste ist Elektrizität für Industrie und Haushalte. Hier liegt der Schwerpunkt der Energiewende. Die 25% beziehen sich nur hierauf und schrumpfen bei Betrachtung des gesamten Energieverbrauches auf einen einstelligen Prozentwert. Der zweite Bereich ist das Heizen von Gebäuden. Wir verwenden enorme Energiemengen, um Wohn- und Arbeitsräume für 80 Millionen Menschen 6-8 Monate im Jahr auf mollige 25°C zu heizen. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, Wärme zu erzeugen, und durch Isolierung lässt sich auch der Bedarf senken. Der dritte Bereich schließlich ist Mobilität und Verkehr. Dieser wird, bis auf ein paar Elektroautos, die keiner haben will, eher stiefmütterlich behandelt.

Dabei ist der Bereich Mobilität und Verkehr derjenige, der am meisten drückt. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Er wird fast ausschließlich von einem einzigen Rohstoff gespeist, Erdöl. Alle unsere Autos, Schiffe, Flugzeuge und LKWs benötigen einen Treibstoff, der zu 98% importiert werden muss. Die finanzielle Dimension ist enorm: während die Energiewende jährlich mit rund 20 Milliarden Euro zu Buche schlägt, die größtenteils im Land bleiben, kostet der Import von Erdöl und Erdölprodukten mehr als das dreifache, nämlich rund 67 Milliarden. Dies ist rund das doppelte der jährlichen Bundesneuverschuldung.

Nach der Ölkrise in den Siebzigern hat man in Europa Öl gesucht und gefunden. Auch wenn Europa immer ein Importeur war, so konnte doch die Nordsee große Teile des europäischen und damit auch des deutschen Bedarfs decken. Doch die Ölfelder in der Nordsee werden langsam alt, alle europäischen Fördernationen haben massive Einbrüche in ihren Förderraten zu verzeichnen. Es fallen die Fördermengen in Großbritannien seit 1999, in Norwegen seit 2001 und im übrigen Europa seit 2003. Dabei reden wir nicht über ein bisschen weniger Öl als früher, sondern darüber, dass Europa heute rund halb so viel produziert wie vor zehn Jahren. Europa geht das Öl aus, und zwar rapide. Zwar gibt es hier und da Meldungen über „große“ Ölfunde in der Nordsee, jedoch sind diese Funde winzig im Vergleich zu den Ölfeldern, die wir bereits leergepumpt haben.

Wir müssen unser Öl also auf dem Weltmarkt beziehen. Und hier lauert die nächste Hürde. Potentielle Ölexporteure haben zwei Probleme. Zum einen geht ihnen auch das Öl aus, so dass sie, anstatt uns zu beliefern, mit uns konkurrieren. Frühere Exporteure und heutige Importeure von Öl sind zum Beispiel Indonesien, Ägypten und sogar Großbritannien. Andere Länder, wie Iran oder Saudi Arabien, verfügen zwar noch über reichliche Reserven, jedoch steigt bei ihnen der Eigenverbrauch.

In diesen Ländern wird nicht der Weltmarktpreis bezahlt, sondern der Förderpreis, und der ist dort extrem niedrig. Und hier kommt der Marktmechanismus ins Spiel: Niedrige Preise resultieren in einer höheren Nachfrage. Öl ist dort so billig, dass damit Strom erzeugt wird, Meerwasser entsalzen wird, und natürlich wird so viel wie möglich mit dem Auto gefahren, das beliebig viel verbrauchen darf. Der Eigenverbrauch an Öl in diesen Ländern steigt enorm, so dass die Ölmenge, die für den Export übrig bleibt, immer geringer wird. Tatsächlich sinkt die am Weltmarkt frei gehandelte Ölmenge seit einigen Jahren.

Diese frei gehandelte Ölmenge ist der Kuchen, um dessen Stück wir uns streiten. Wir müssen mit Chinesen, Amerikanern und vielen anderen um die Wette bieten, um ein Stück zu ergattern. Diese Verknappung treibt den Weltmarktpreis hoch. Hier kommt eine für uns fatale Rückkopplung in Gang: Auch wenn z.B. Saudi Arabien weniger Öl exportiert als noch vor einigen Jahren, so führt das zu keinen finanziellen Einbußen, weil dies durch den gestiegenen Weltmarktpreis mehr als kompensiert wird. Daher gibt es auch keinen Grund, den Eigenverbrauch zu drosseln, der so weiter subventioniert wird und steigt, was wiederum die am Weltmarkt frei gehandelte Menge verringert und deren Preis weiter treibt.

Die fünf weltweit größten Förderer sind Russland, Saudi Arabien, die USA, der Iran und China. Saudi Arabien und Iran exportieren immer weniger, die USA und China sind sogar Ölimporteure, weil sie ihren eigenen Verbrauch nicht decken können. Es bleibt Russland als mehr oder weniger verlässlicher Partner. Doch auch hier ist die Frage, wie lange wir noch in der Lage sind, mehr Geld für einen Liter russisches Öl auszugeben als ein Chinese.

Zwar werden wir vielleicht sogar auf lange Sicht noch einen höheren Pro-Kopf-Wohlstand haben als die Chinesen, doch dies bedeutet nicht, dass wir in der Lage sind, mehr Geld für Öl auf dem Weltmarkt zu bezahlen. Denn unsere Fähigkeit, Geld auszugeben, hängt vom Grenznutzen ab. Der Chinese muss gar nicht mehr Geld haben als wir, um uns zu überbieten, er muss nur den höheren Nutzen aus dem Öl ziehen.

Der Grenznutzen ist der Wert, den wir schöpfen, wenn wir einen zusätzlichen Liter Öl verbrauchen. Er bestimmt den Marktpreis, denn wir kaufen nur solange Öl, wie der Nutzen für uns unsere Kosten überwiegt. Generell nimmt der Grenznutzen mit höherem Verbrauch ab. Für jemanden, der auf dem Land wohnt und keinen Zugang zum ÖPNV hat, ist der Nutzen eines Motorrollers, mit dem er zur Arbeit und zum Einkaufen fährt, sehr groß. Er ist bereit, viel Geld für Benzin auszugeben, weil die Anfahrt zum Arbeitsplatz und der Einkauf von Lebensmitteln existenziell für ihn sind. Ersetzt er das Moped durch einen PKW, dann steigt sein Verbrauch. Sein Nutzen durch den höheren Verbrauch ist ein größerer Fahrkomfort und mehr Sicherheit im Verkehr. Dieser Nutzen ist nicht existenziell. Wenn er mit diesem Auto zweimal die Woche zum Sport fährt, ist sein Nutzen mehr Lebensqualität, aber auch dies ist nicht existentiell.

Wir verbrauchen Öl auf sehr hohem Niveau, wir fahren mit dem PKW, weil wir uns zu schade sind, den ÖPNV oder das Fahrrad zu nehmen. Wir fahren zu Einkaufzentren, um Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen, wir fahren zum Fitnessstudio, um uns dort auf einen Fahrradtrainer zu setzen. Wir fliegen in den Urlaub oder essen Obst, das zu uns geflogen wurde. All diese Dinge sind nicht existenziell und haben einen geringen Grenznutzen.

Selbst wenn wir pro Kopf mehr Geld haben als unsere konkurrierenden Ölverbraucher in der dritten Welt, werden wir langfristig nicht in der Lage sein, mehr Geld für Öl auszugeben. Drei Chinesen, die zusammen auf einem Motorroller zur Arbeit fahren werden immer einen höheren Ölpreis bezahlen, als Otto Normalverbraucher, der mit dem PKW zehn Kilometer zum Supermarkt fährt um noch schnell einen Liter Milch zu kaufen. Zehn Chinesen, die zusammen auf 20 Quadratmetern wohnen, werden einen höheren Preis aufwenden, um diese warm zu halten, als Oma Erna, die mit ihren mehreren Tausend Litern Heizöl im Jahr ein halbes Dutzend Räume heizt, von denen sie nur zwei benutzt.

Es ist total egal, für wie viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte Länder wie Saudi Arabien noch Öl haben und wie gut oder schlecht es für das Klima ist, wenn wir es verbrennen. Unser Ölverbrauch wird in den nächsten Jahren sinken. Nicht weil wir klimafreundliche Gutmenschen sind oder Angst vor Peak Oil haben, nein unser Ölverbrauch wird sinken, weil Menschen, die ärmer sind als wir, paradoxerweise mehr Geld für Öl ausgeben werden als wir.

Dieses Problem ist auch politisch nicht lösbar. Natürlich könnte man die Mineralölsteuer senken und so kurzfristig den Preis für Treibstoffe senken. Dies würde das Problem aber nicht dauerhaft lösen, sondern nur verschieben. Wir könnten uns dann ein paar Jahre länger den Luxus leisten, für den besagten Liter Milch zwei Tonnen PKW zehn Kilometer weit zum Supermarkt zu bewegen. Doch mit der gleichen Benzinmenge kann ein Bauer in Afrika seine Ernte zum Markt bringen, damit er mit dem Verkaufserlös das Schulgeld für seine Kinder bezahlen kann. Wer wird mehr für dieses Benzin bezahlen?

Unser Ölkuchen wird in den nächsten Jahrzehnten immer kleiner werden, und die Politik kann lediglich gestalten, wer wieviel von dem Kuchen bekommt. Wenn politisch gewollt ist, dass dieser Kuchen fair verteilt wird, dann muss dafür Sorge getragen werden, dass diejenigen, denen der Benzinpreis egal ist, nicht zuviel konsumieren. Es wird immer Leute geben, die es sich leisten können, mit Spritschluckern über die Autobahn zu ballern. Bei einem begrenzten Angebot fehlt dieser Treibstoff jemandem, der auf dem Land wohnt und zum Arzt fahren muss. Auch wenn der Grenznutzen für letzteren höher ist, ist der relative Grenznutzen, also das Verhältnis von Grenznutzen zu Kaufkraft, für ersteren höher.

Der deutsche Durchschnittskonsument wird also von oben und von unten überboten. Arme Konsumenten in der dritten Welt bezahlen für jeweils kleine Mengen hohe Preise, weil für sie der Nutzen von rudimentärer Grundmobilität und damit der Grenznutzen sehr hoch sind. Reiche Konsumenten bei uns zu Hause zahlen hohe Preise, weil sie es sich leisten können und somit der relative Grenznutzen sehr hoch ist.

Die Diskussion um ein Tempolimit hat also noch einen viel tieferen Aspekt als den der Umweltbelastung und Verkehrssicherheit, nämlich den der Verteilungsgerechtigkeit. Ein Tempolimit ist eine Möglichkeit, politisch die Nachfrage nach Spaßtreibstoff zu senken, damit mehr Nutztreibstoff da ist. Es gibt politisch praktisch keinen Spielraum, langfristig die Verfügbarkeit von Öl in Deutschland sicherzustellen oder gar zu steigern. Die Politik muss sich darauf konzentrieren, wie sie aus dem vorhanden Kuchen möglichst lange einen möglichst großen und gerecht verteilten Nutzen ziehen kann. Und jeder von uns muss sein Leben so gestalten, dass er langfristig auch mit weniger Mobilität eine gewisse Lebensqualität erreicht.

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Das Fracking-Versprechen

Nachdem das Fracken von Erdgas in den USA einen regelrechten Boom ausgelöst hat und sich auch die internationale Energieagentur dazu hinreißen lassen hat, den USA den Status als neue Energie-Supermacht zu prognostizieren, gibt auch hier eine rege Debatte um unkonventionelle Methoden der Erdgasförderung. Dabei soll hier nicht der umweltpolitische Aspekt im Mittelgrund stehen, der bei uns die Debatte bestimmt, sondern der wirtschaftliche. Tatsächlich hat Fracking in den USA dazu geführt, dass der Erdgaspreis dort massiv eingebrochen ist.

Die gesamte Pro-Fracking-Argumentation bezieht sich im Wesentlichen auf die niedrigen US-Erdgaspreise. Es wird billiges Erdgas für alle versprochen. Wir werden sehen, dass dieses Argument an sich fehlerhaft und somit die Frackingdebatte eigentlich müßig ist.

Zunächst betrachten wir dazu die Angebotskurve von Erdgas. Sie setzt sich aus den verschiedenen Möglichkeiten, Erdgas zu fördern, zusammen. Die billigsten Quellen sind konventionelle Onshore-Quellen. Das ist Erdgas in großen zusammenhängenden Blasen, das sich unter dem Festland befindet. Es ist billig zu fördern, weil lediglich mit einem mehr oder weniger einfachen Bohrgerüst die Blase von einer Stelle aus angezapft werden kann. Teurer ist konventionelles Offshore-Erdgas. Auch hier reicht eine Bohrung, um eine große zusammenhängende Gasblase anzuzapfen, jedoch muss eine teure Bohrplattform verwendet werden, weil sich die Blase unter dem Meer befindet. Noch teurer ist Fracking. Hier gibt es keine großen zusammenhängenden Gasblasen, sondern individuelle Bläschen. Es wird eine Bohrung in das Gestein getrieben, mit hohem Druck werden lokal Risse im Gestein erzeugt und so paar Bläschen verbunden und deren Gas gefördert.

PQ_Angebot_Erdags

Der Marktpreis wird nicht nur durch die Angebotskurve, sondern auch durch die Nachfragekurve bestimmt. Wirtschaftswachstum generiert eine höhere Nachfrage, die sich in einer Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts ausdrückt. Die führt zu einem Anstieg des Preises. Dieser ermöglicht die Anwendung teurerer Fördertechniken, um den Bedarf zu decken.

PQ_Wirtschaftswachstum

Neben der Nachfrageänderung gibt es noch ein zweites Phänomen, das das Marktgleichgewicht beeinflusst, nämlich Ressourcenerschöpfung. Da die am einfachsten zu fördernden Vorkommen immer zuerst abgebaut werden, da dort die Gewinnspanne am größten ist, macht sich Ressourcenerschöpfung durch eine Verschiebung der Angebotskurve nach links bemerkbar.

PQ_Ressourcenerschöpfung

Auch Ressourcenerschöpfung führt zu einem steigenden Marktpreis. In den letzten Jahrzehnten ist in den USA beides passiert, konventionelle Erdgasvorkommen haben sich langsam erschöpft, während der Bedarf weiter gestiegen ist. Daher sind die Erdgaspreise bis vor einigen Jahren auch kontinuierlich gestiegen bis das Marktgleichgewicht schließlich im Bereich des Frackings auf der Angebotskurve lag. Nach dem Preismengendiagramm müsste jetzt also ein hoher Marktpreis herrschen, um das Fracking zu bezahlen. Dies ist aber nicht der Fall. Woran liegt das?

Das Preis-Mengen-Diagramm kann keine dynamischen Prozesse abbilden, sondern nur das Marktgleichgewicht. Der Begriff des Gleichgewichtes impliziert dabei schon die fehlende Dynamik. Das Marktgleichgewicht ist der Preis, der sich von alleine einstellt, wenn eine Angebotskurve und eine Nachfragekurve gegeben sind und man lange genug wartet. Was es nicht abbilden kann, ist der Weg dorthin.

Langfristig erwarten wir in den USA aufgrund größerer Nachfrage und Ressourcenerschöpfung einen höheren Marktpreis als noch vor einigen Jahrzehnten. Wie sich Marktpreis und Marktmenge auf dem Weg zum neuen Gleichgewicht verhalten, darüber gibt das Diagramm keine Auskunft. In der folgenden Grafik sind beispielhaft verschiedene Wege von einem Marktgleichgewicht zum nächsten skizziert. Es ist zu erkennen, dass sogar kurzzeitig Preissenkungen möglich sind.

PQ_Dynamik

Die USA haben also kein billiges Erdgas, weil Fracking es möglich macht, billig zu fördern, sondern weil die Gasförderer aus verschiedenen Gründen zu viele Quellen gleichzeitig angebohrt haben, was zu einem Gasüberschuss führt. Wir werden sehen, dass dieser Überschuss nicht nachhaltig ist.

Wie schon erwähnt, wird mit einer Frackingbohrung nur lokal ein wenig Erdgas gefördert. Die Bohrungen erschöpfen sich rapide, teilweise geht die Förderung schon im ersten Jahr um 70 % zurück. Es muss also permanent gebohrt werden, um das Fördervolumen aufrecht zu erhalten. Diese Neubohrung finden aber nicht mehr statt. Die Mehrzahl der Bohrfirmen hat sich aus der Gasbohrung verabschiedet und bohrt lieber nach unkonventionellem Öl, da dort der Marktpreis viel höher ist. Es kommen also nur noch wenige neue Gasquellen in den USA dazu, die vorhandenen jedoch erschöpfen sich rapide. Tatsächlich ist auch schon zu beobachten, dass die Gasspeicher in den USA sich langsam leeren und der Gaspreis langsam steigt.

Die Prognose für die Erdgaspreise in den USA ist also, dass sie weiter steigen werden und zwar bis zu einem Level, auf dem es wieder interessant wird, weitere Frackingbohrungen niederzubringen. Bei den aktuellen Ölpreisen muss der Anreiz, statt nach Öl lieber nach Gas zu bohren, schon enorm hoch sein. Der Gaspreis muss sich langfristig auf dem hohen Niveau einstellen, das sich aus dem Preis-Mengen-Diagramm ergibt.

Bei uns würde Fracking zu keinem billigeren Erdgas führen. Kein Unternehmen dieser Welt wäre so blöd, den Fehler aus den USA in Europa zu wiederholen. Hier würden sich die Förderunternehmen zügeln und nur so viele Bohrungen niederbringen, dass sich der Gaspreis kaum ändert und so das Fracking trotz seiner hohen Kosten rentabel bleibt. Niedrigere Gaspreise würden auch bei uns zu einem Einstellen der Frackingaktivität führen. Der damit verbundene Fördereinbruch ließe die Preise dann wieder steigen.

Fracking ist also nicht nur aus Gesichtspunkten des Umwelt- und besonders Trinkwasserschutzes fragwürdig, ja selbst eine nüchterne wirtschaftliche Betrachtung zeigt, dass der niedrige Erdgaspreis in den USA eher ein Unfall ist, und sich hier nicht wiederholen wird. Damit steht die Pro-Fracking-Argumentation auch wirtschaftlich auf sehr dünnem Eis.